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Тиль Швайгер - актер, сценарист и режиссер

Интервью с Тилем Швайгером на немецком - "Es ist doch nur ein Film"



SPIEGEL: Herr Schweiger, warum wollten Sie uns Ihren neuen Film "Zweiohrküken" nicht zeigen?

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Schweiger: Weil ich mit ziemlicher Sicherheit das Ergebnis vorhersehen kann." Keinohrhasen" ist von einem Ihrer Kollegen an dieser Stelle richtig schön fertiggemacht worden. Warum sollte ich das nochmals riskieren?

SPIEGEL: Woher wissen Sie, was wir geschrieben hätten?

Schweiger: Weil ich schon lange genug in diesem Geschäft arbeite und über eine gewisse Erfahrung verfüge. Alle meine Filme, die ich selber produziert habe, hatten im klassischen Feuilleton eigentlich nie eine Chance. Das hat sich immer schön geteilt: im Feuilleton Verrisse, in den anderen Magazinen eher positiv. Fifty-fifty.

SPIEGEL: Aber 50 Prozent Zustimmung sind doch gar nicht übel.

Schweiger: Stimmt, aber 80 oder 90 Prozent sind besser. Ich kann im Feuilleton keinen Blumentopf gewinnen, das ist schade, aber ich muss das akzeptieren. Ich mache Unterhaltung, und die hat es dort schon immer schwer gehabt. Ich kann auch niemanden zwingen, meine Filme zu mögen, aber ich habe das Recht zu sagen: Ätschibätsch, ich zeig euch meinen Film nicht mehr vor Kinostart umsonst, ihr müsst euch eine Karte kaufen, den Film mit Publikum schauen - für viele Kritiker ein Graus -, und dann könnt ihr immer noch den Verriss schreiben.

SPIEGEL: Sie sind Deutschlands größter Kino-Star, der einzige, der mit selbstproduzierten, selbstgeschriebenen Filmen, bei denen er auch noch Regie führt, Millionen Menschen ins Kino zieht. Schlechte Kritiken müssten Ihnen egal sein.

Schweiger: Es ist ja nicht so, dass ich die ganze Nacht deswegen heule. Aber wenn man einen Film macht, in dem viel eigenes Geld steckt und die Arbeit von 15 Monaten, dann ist so ein Film wie ein Kind. Und ich stelle mein Kind nicht mehr freiwillig hin und sehe zu, wie es verprügelt wird.

SPIEGEL: Dürfen Kritiker nicht ihre Meinung äußern?

Schweiger: Natürlich dürfen sie.

SPIEGEL: Aber warum benehmen Sie sich so bockig?

Schweiger: Ich bocke nicht und führe auch keinen Kreuzzug gegen Kritiker. Ich bin ehrlich, sage meine Meinung und schütze mein Werk. Ich muss jetzt nicht so tun, als wäre ich der Superentspannte und hätte nichts Besseres zu tun, als alle Kritiker zu umarmen.

SPIEGEL:
Möglicherweise hätte uns Ihr neuer Film ja gefallen. "Keinohrhasen" ist im SPIEGEL zwar nicht gut weggekommen, aber vielleicht ist er besser, als wir gedacht haben.

Schweiger: Vielleicht besser ... ?

SPIEGEL:
Worum geht es eigentlich in "Zweiohrküken"?

Schweiger:
Presseheft nicht bekommen?

SPIEGEL: Wir haben gehört, dass es unter anderem um eine Tüte menschlicher Exkremente geht. Stellt sich da nicht die Frage: Wie platt darf ein Gag sein?

Schweiger: Ich kenne nur den Unterschied zwischen Gags, die lustig sind, und welchen, die nicht lustig sind. Ich kann zum Beispiel in Bully Herbigs "Schuh des Manitu" über viele Gags wahnsinnig lachen, und einige finde ich weniger komisch. Was platt ist, ist subjektiv. Gegenfrage: Sind Sie von der Humorpolizei?

SPIEGEL: Wir stellen nur Fragen, wir tun nichts Böses. Was ist das denn jetzt für ein Witz mit der Tüte?

Schweiger: Der Junge, den Matthias Schweighöfer spielt, hat diese Frau kennengelernt, er findet sie toll und schläft bei ihr. Als er aufwacht, ist sie nicht mehr da. Er geht aufs Klo, macht sein Geschäft, beim Abziehen merkt er, kein Wasser im Spülkasten. Er denkt, so kann ich die Wohnung nicht verlassen. Und versucht auf aberwitzige Weise, das da rauszukriegen.

SPIEGEL: Angeblich auch mit einem Staubsauger.

Schweiger: Ja, so verzweifelt ist er. Irgendwann schafft er es, eine Tüte drüberzustülpen. Diese vergisst er aber in der Wohnung, und es kommt zu einer wahnsinnig komischen Bergungsaktion. Schweighöfer sagt zu Schweiger: "Da oben liegt meine Kacke auf'm Nachttisch." Schweiger ganz cool: "Komm, die holen wir uns jetzt zurück." Klingt jetzt erst mal ein bisschen platt, zugegeben, sorgt aber im Kino für fünfminütige Lachanfälle beim Publikum.

SPIEGEL: Es gab ja schon bei "Keinohrhasen" Aufregung um den angeblich zotigen Humor des Films und auch um eine Sexszene, obwohl er freigegeben war für Zuschauer ab sechs Jahren. Das war wahrscheinlich auch die deutsche Humorpolizei?

Schweiger:
Ich habe die Proteste zuerst gar nicht ernst genommen. Dann ging es bis in die Politik, und die Freiwillige Selbstkontrolle hat den Film nachträglich hochgestuft, was so gut wie nie passiert. Auch "Zweiohrküken" ist ab zwölf. Jüngere Kinder dürfen nur in Begleitung ihrer Eltern rein. So kann man sicher sein, dass sie jetzt nicht traumatisiert werden, weil sie einen unerigierten Penis sehen oder eine nackte Frauenbrust.

SPIEGEL: Herr Schweiger, kann es sein, dass Sie so empfindlich sind, weil Sie sich notorisch unterschätzt fühlen?

Schweiger: Unterschätzt worden bin ich mein Leben lang, schon in der Schule. Und ich kann nur jedem empfehlen, sich gründlich unterschätzen zu lassen, das ist ein Riesenvorteil. Dann kann man nämlich immer wieder überraschen mit Dingen, die einem nie jemand zugetraut hat.

SPIEGEL: Rührt Ihre Empfindlichkeit schon aus Ihrer Anfangszeit als Schauspieler her, als Sie 1991 in "Manta, Manta" Ihre erste Kino-Hauptrolle spielten?

Schweiger: Mich hat's gleich voll erwischt. Ich wurde so schwer verprügelt, dass ich völlig baff war. Ich dachte mir: "Hey, Leute, warum geht ihr denn so auf mich los? Es ist doch nur ein Film!"

SPIEGEL: Viele Freunde hatten Ihnen abgeraten, in so einem Klamauk mitzuspielen.

Schweiger: Ja, die haben gesagt: Wenn du diesen Film machst, bist du erledigt. Ich habe gesagt: Ihr seid wohl total bescheuert! Das ist ein Film von Bernd Eichinger ... Es gab zu der Zeit keinen nennenswerten deutschen Kinofilm. Ich kam aus der "Lindenstraße" und saß nun plötzlich mit Eichinger in einem Manta. Ich war begeistert. Die Kritik war entsetzt.

SPIEGEL:
Beim Publikum hatte er Erfolg.

Schweiger:
Stimmt.

SPIEGEL: Ist Eichinger eine Art Übervater für Sie?

Schweiger:
Vielleicht. Seit fast 30 Jahren ist er der entscheidende Kinomann in Deutschland, mit dessen Energie und Verve sich niemand messen kann. Das, was er geschafft hat, bekommt von uns in diesem Leben keiner mehr hin.

SPIEGEL:
Empfinden Sie beide sich als die großen Unverstandenen des deutschen Films?

Schweiger: Bernd bekommt jedenfalls nicht den Respekt, den er verdient. Ohne ihn sähe das deutsche Kino völlig anders aus. Und nicht nur das deutsche.

2. Teil: "Bei mir dauern Castings wochenlang"

SPIEGEL: Ist Zuschauererfolg ein Qualitätskriterium?

Schweiger: Nein! "Fluch der Karibik 3" ist grottenschlecht, und der hatte enormen Erfolg. Aber ich finde zum Beispiel auch "Jerichow" von Christian Petzold stinklangweilig, obwohl der mit guten Kritiken überhäuft wurde. Und er wird auch nicht besser, weil ihn noch nicht mal 100.000 Zuschauer gesehen haben. Viele Filmemacher in Deutschland glauben: Mein Film ist einfach zu gut für das breite Publikum.

SPIEGEL: Glauben Sie, die freuen sich, wenn keiner kommt?

Schweiger: Die stellen sich auf jeden Fall nicht grundsätzlich in Frage, wenn sie kaum Zuschauer finden. Ich finde, das sollten sie. Nicht als Mensch, aber als Geschichtenerzähler.

SPIEGEL: Warum haben Sie es immer vermeiden wollen, zum Vorsprechen zu gehen?

Schweiger:
Weil das für mich eine Prüfungssituation ist. Bei meiner mündlichen Abi-Prüfung im Leistungskurs Geschichte zum Beispiel hatte ich einen totalen Blackout und wusste nicht mehr, wo oben und unten ist.

SPIEGEL:
Schauspieler ist dann aber kein naheliegender Beruf.

Schweiger:
Es ist was anderes, wenn du zum Filmset kommst, denn dort hast du ja schon den Job, der Regisseur vertraut dir, hat dich ja schon ausgewählt. Ich bin in Amerika zu vielen Castings nicht hingegangen. Nicht, weil ich gedacht habe, ich hab's nicht nötig, sondern um mich nicht in diese Prüfungssituation zu bringen und einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.

SPIEGEL: Und das wurde dort akzeptiert?

Schweiger:
Steven Spielberg wollte mich für "Der Soldat James Ryan" haben, ohne mich vorher zu testen. Er hatte mich in "Knockin' on Heaven's Door" gesehen, das reichte ihm.

SPIEGEL:
Aber Sie haben die Rolle dann nicht gespielt.

Schweiger: Nein, ich wollte keinen dumpfen Klischee-Nazi spielen. Aber ich dachte mir: Okay, wenn du selbst für Spielberg nicht vorspielen musst, läuft das hier wohl immer ohne Casting. War ein Irrtum.

SPIEGEL:
Sie selbst lassen als Regisseur Ihre Schauspieler doch prinzipiell vorsprechen?

Schweiger:
Ja, bei mir dauert das Casting wochenlang. Man muss sicher sein, dass die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt. Bei mir ist es aber auch nett, da stimmt die Atmosphäre, da haben wir Spaß. Das sind richtige Proben, mit Schauspielern. In Hollywood dagegen sitzt du vor einer gelangweilten, übergewichtigen Casterin, die lustlos ihren Text runterspult, und bist die Nummer 93 von links. Das ist reiner Horror.

SPIEGEL:
Warum sind Sie überhaupt in die USA gegangen? Sie waren doch in Deutschland ein großer Star.

Schweiger: Genau das war das Problem. Ich lebte damals in Köln und konnte nicht mehr aus dem Haus, ohne sofort erkannt und angesprochen zu werden. Meine Frau hat damals gesagt: "Das musst du lernen, das gehört zum Leben eines Stars dazu. Schau dir mal Boris Becker an, der geht auch ganz locker damit um." Doch ich konnte das nicht.

SPIEGEL:
War es schön in Hollywood?

Schweiger:
Das ist eine merkwürdige Welt dort. Dieses ganzes Gesabbel hat mich relativ schnell genervt, "awesome", "fantastic", "unbelievable". Ständig wurde ich für Filme gelobt, in denen ich gar nicht mitgespielt hatte. Ich bin mal auf einer Party am Pool von einem Executive eines Studios angesprochen worden: "In diesem KZ-Aufstand-Film waren Sie einfach umwerfend." Du Penner, hab ich da nur gedacht und bin weitergegangen.

SPIEGEL:
Waren Sie zufrieden mit den Rollen, die Sie bekommen haben?

Schweiger: Nicht mit allen. "Driven", in dem ich neben Sylvester Stallone einen deutschen Formel-I-Fahrer spiele, hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Aber "King Arthur" und "Tomb Raider 2" waren schon fast traumatische Erfahrungen.

SPIEGEL:
Warum?

Schweiger:
Du bist sechs Monate für die Dreharbeiten geblockt und kannst nicht mal die Stadt verlassen, um deine Familie zu sehen, und weißt nie, wann du drehst. Vielleicht morgen, vielleicht aber auch erst in einer Woche. Du sitzt rum und wartest. Schrecklich. Und dann habe ich "Tomb Raider 2" eines Tages im Flugzeug gesehen und habe mir gesagt: Für diesen Scheiß hast du das auf dich genommen?

SPIEGEL:
Als Sie 2004 nach Deutschland zurückkehrten hieß es, Sie seien in Hollywood gescheitert?

Schweiger:
Lustig. Ich hatte doch nie ein klares Ziel, als ich nach Hollywood ging. Im Gegenteil, ich hatte vorher sogar überlegt, mit meiner Karriere als Schauspieler abzuschließen und mich auf das Regieführen und Produzieren zu konzentrieren. Es gab keinen Fünfjahresplan, an dessen Ende die Nummer eins in Hollywood nicht mehr Tom Cruise heißt, sondern Til Schweiger. Ich bin in erster Linie aus privaten Gründen nach Los Angeles gezogen.

SPIEGEL: Nun durften Sie in Quentin Tarantinos Film "Inglourious Basterds" mitspielen. Ging da ein Traum in Erfüllung, der Ihnen in Hollywood verwehrt blieb?

Schweiger:
Mir sind keine Träume verwehrt geblieben, weil ich sie nie geträumt habe. Als ich vor zehn Jahren gefragt wurde, mit welchem Regisseur ich gerne mal arbeiten würde, habe ich geantwortet: mit den Coen-Brüdern, mit Ridley Scott oder Quentin Tarantino. Dass das jetzt so gekommen ist, ist natürlich schon toll, zumal ich auch nicht vorsprechen musste.

SPIEGEL:
Wie fanden Sie es, in Cannes über den roten Teppich zu laufen?

Schweiger:
Als ich mit Daniel Brühl in der Limousine saß, war er ganz nervös. "Mensch", hab ich zu ihm gesagt, "wir können doch ganz gelassen sein. Das ist die Show von Angelina, Brad und Quentin. Wir sind hier die Statisten."

3. Teil: "Ich mache keine Filme, damit sie auf einem Festival laufen"

SPIEGEL:
War es je Ihr Ziel, mal mit einem Film in Cannes zu sein?

Schweiger:
Nein, meine eigenen Filme sind einfach keine Festivalfilme.

SPIEGEL:
Warum nicht?

Schweiger: Weil ich nicht Lars von Trier bin.

SPIEGEL: Aber Sie haben doch auch einen künstlerischen Ehrgeiz.

Schweiger: Den verwirkliche ich auch. "Keinohrhasen" und "Barfuß" sind für mich sehr künstlerische Filme. Aber ich mache doch nicht Filme, damit sie auf einem Festival laufen. Klar habe ich mich gefreut, dass "Phantomschmerz" auf dem Festival von Toronto lief. Aber ich hätte mich mehr gefreut, wenn ihn in Deutschland mehr Zuschauer gesehen hätten.

SPIEGEL:
Es waren nur knapp 100.000. Hätten Sie in dem Film, in dem Sie einen Einbeinigen darstellen, nicht mitgespielt, wenn Sie gewusst hätten, dass er so schlecht ankommt?

Schweiger:
Doch, denn ich mochte das Drehbuch sehr. Beim Lesen musste ich zweimal weinen. Da wusste ich, dass das für mich funktioniert. Aber die Leute wollen Til Schweiger offenbar nicht sehen, wie er ein Bein verliert. Die wollen ihn sehen als Macho, der bekehrt wird.

SPIEGEL:
Sie können doch nicht Ihr Leben lang den Macho spielen, der bekehrt wird?

Schweiger:
Nein, deshalb mache ich ja immer wieder Filme wie "Phantomschmerz".

SPIEGEL:
Ist es frustrierend, vom Publikum in einem so engen Rollenspektrum festgehalten zu werden?

Schweiger: Nein. Ich bekomme häufig Rollen angeboten, bei denen mir die Autoren oder Regisseure sagen: "Til, da kannst du endlich mal zeigen, dass du auch was anderes kannst." Dann erwidere ich nur: "Das muss ich nicht." Ich mag diese Haltung nicht. Es gibt Leute, die von vornherein wissen, dass sie mit ihren Filmen keinen Erfolg beim Publikum haben werden. Die kratzen sich ihr Geld aus Fördertöpfen zusammen.

SPIEGEL: Finden Sie das verwerflich?

Schweiger:
Verwerflich nicht. Aber nicht ganz astrein. Für Filme, die aufgrund ihres Drehbuchs und ihrer Machart überhaupt keine Chance beim Publikum haben, gibt es ja die Kulturförderung. Ich finde Wirtschaftsförderung sollte dazu dienen, die Wirtschaft anzukurbeln.

SPIEGEL:
Wieso muss in Deutschland Erfolg an der Kinokasse noch mal zusätzlich durch Steuergelder belohnt werden?

Schweiger:
Das lässt Ihnen keine Ruhe, gell? Lange Zeit war es doch so: Für die Zuschauer, die man erreicht hat, bekam man aus dem Topf der Filmförderungsanstalt Geld für den nächsten Film. Je mehr Zuschauer man erreicht hat, desto mehr Geld war es am Ende. Heute bekommt man auch Fördermittel, nur weil ein Film irgendwo in Annecy oder in Gera auf einem Kinderfestival gezeigt wird. Das Geld fehlt dann den Filmen, die vorher für ihren Erfolg belohnt wurden.

SPIEGEL:
Aber warum brauchen Sie denn öffentliches Geld, um eine Fortsetzung von "Keinohrhasen" zu drehen? Sie dürften doch einen zweistelligen Millionenbetrag verdient haben.

Schweiger: Ganz so viel war es leider nicht. Hätte ich gerne genommen.

SPIEGEL:
Wie auch immer. Sie drehen mit öffentlichen Fördergeldern, finanziert also von Steuerzahlern, obwohl Sie es eigentlich auch selbst finanzieren könnten. Wie erklären Sie das Otto Normalverbraucher?

Schweiger:
Das muss ich Otto Normalverbraucher gar nicht erklären. Der freut sich einfach, dass er den Film sehen kann. Dem ist es egal, wie ich den finanziere. Dem ist egal, ob ich in der deutschen Filmakademie bin oder nicht. Dem ist es egal, ob meine Filme verrissen werden. Der hat kein Problem mit Til Schweiger. Aber wenn ich es doch erklären müsste, würde ich sagen: Gut, ich habe mit "Keinohrhasen" Geld verdient. Das ist aber nicht der Normalfall. Es ist sehr schwer in Deutschland, mit einem Film als Produzent Geld zu verdienen. Deswegen gibt es ja eine Filmförderung. Im Übrigen reden wir hier von rückzahlbaren Darlehen, die ich im Erfolgsfall auch tatsächlich zurückzahle.

SPIEGEL:
Im Frühjahr sind Sie mit der RTL-Castingshow "Mission Hollywood" angetreten, in der junge Frauen durch Strippen und Stöhnen ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen sollten. Warum machen Sie so etwas? Wegen des Geldes?

Schweiger:
Unter anderem. Aber ich hatte auch viel Spaß und hätte gern weitergemacht, es ging im Übrigen auch nicht nur um Stöhnen und Strippen. Wir haben auch an Szenen gearbeitet mit richtigen Dialogen.

SPIEGEL:
Ein bisschen schmierig war es schon, wie Sie mit Heiner Lauterbach über den weiblichen Orgasmus fachsimpelten.

Schweiger: Schmierig? Wir fanden's lustig.

SPIEGEL:
Sie wirkten, als fühlten Sie sich unwohl.

Schweiger:
Am Anfang schon, ich hatte so was ja noch nie vorher gemacht, da hab ich mir einen abgebrochen, um irgendwelche Informationstexte aufzusagen.

SPIEGEL:
Wünschen Sie sich ein dickeres Fell?

Schweiger: Manchmal.

SPIEGEL:
Welche ist Ihre liebste unter den vielen Til-Schweiger-Beschimpfungen?

Schweiger:
Einer hat mal geschrieben: Der hat nur drei Gesichtsausdrücke. Da hab ich gesagt: Das sind immer noch zwei mehr als Steve McQueen.

SPIEGEL:
Herr Schweiger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Das Gespräch führten Lars-Olav Beier und Wolfgang Höbel

Источник: www.spiegel.de/spiegel/0,1518,664363-3,00.html


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